Rund 3% des Solarstroms gehen in Deutschland verloren – und zwar nur, weil PV-Module nicht gereinigt werden. Das klingt wenig, summiert sich aber deutschlandweit auf erhebliche Mengen ungenutzter Energie. Laut Fraunhofer ISE können Ertragseinbußen bei starker Verschmutzung sogar 5-20% erreichen.
Doch wann lohnt sich eine professionelle Reinigung für dich wirklich? Die Antwort ist klar: Sobald deine Ertragseinbußen dauerhaft über 5-10% liegen, macht eine Reinigung wirtschaftlich Sinn.
Besonders rentabel ist sie bei flachen Dächern, größeren Anlagen und verschmutzungsintensiven Standorten wie Landwirtschaftsbetrieben oder Industriegebieten.
Die Kosten liegen 2026 bei etwa 2-3€ pro Quadratmeter – überschaubar im Vergleich zum potenziellen Mehrertrag.
Wichtig zu wissen: Regen allein reicht oft nicht aus, um hartnäckige Ablagerungen wie Vogelkot, Pollen oder Feinstaub zu entfernen.
Bei hoher Einspeisevergütung amortisiert sich die professionelle Reinigung häufig schon innerhalb weniger Monate.
Kurz erklärt: Wann lohnt sich die PV-Reinigung?
Du fragst dich, ob sich die Reinigung deiner Solaranlage wirklich rechnet? Hier die schnelle Antwort: Bei Ertragsverlusten über 5-10% wird die Reinigung definitiv rentabel.
Besonders betroffen sind flache Dächer unter 15 Grad Neigung – hier sammelt sich Schmutz stärker an.
Standorte nahe Landwirtschaft, Industrie oder vielbefahrenen Straßen brauchen häufigere Pflege. Für gewerbliche Anlagen empfiehlt sich eine jährliche Reinigung, private Systeme kommen mit einem Intervall von 3-5 Jahren aus.
Praxisbeispiel 2026:
Hans Amann aus Niederbayern investierte 400€ in die Reinigung seiner Anlage – das Ergebnis: fast 15% mehr Ertrag. Bei 40 Cent Einspeisevergütung hatte sich die Investition bereits nach wenigen Monaten amortisiert.
Warum verschmutzen PV-Anlagen und welche Folgen hat das?
Nahaufnahme eines verschmutzten PV-Moduls mit sichtbarem Vogelkot, Laub und Staub
Deine Solaranlage ist permanent der Witterung ausgesetzt – und damit auch unzähligen Verschmutzungsquellen. Was harmlos aussieht, kann deinen Stromertrag erheblich mindern und langfristig sogar die Module beschädigen.
Natürliche Verschmutzungen
bilden die häufigste Ursache: Staub, Laub, Vogelkot, Pollen, Saharastaub und Baumharz setzen sich auf den Modulen ab. Mit der Zeit siedeln sich auch Moose, Flechten und Pilze an.
Chemische Ablagerungen
wie Feinstaub, Verkehrsemissionen und Ruß aus Schornsteinen verschärfen das Problem zusätzlich.
Laut DLR-Experte Stefan Wilbert sind besonders Standorte in der Nähe von Landwirtschaft, Zugtrassen, Straßen und Industrieanlagen betroffen.
Die Folgen sind messbar:
Schmutz wirkt wie eine Verschattung und reduziert deinen Ertrag um 5-20%.
Noch kritischer ist der Hotspot-Effekt: Vollständig bedeckte Zellen können überhitzen und dadurch beschädigt werden.
Langzeitverschmutzung greift zudem das Material an – Glaskorrosion und Materialermüdung verkürzen die Lebensdauer deiner Anlage erheblich.
Je früher du handelst, desto besser schützt du deine Investition.
Der Hotspot-Effekt: Wenn Schmutz gefährlich wird
Wenn Laub oder Vogelkot eine Solarzelle vollständig bedeckt, entsteht der gefährliche Hotspot-Effekt. Die blockierte Zelle überhitzt dabei massiv.
Das Risiko: Solche Hotspots können nicht nur einzelne Zellen zerstören, sondern deine gesamte Photovoltaikanlage beeinträchtigen.
Durch regelmäßige Reinigung verhinderst du diesen Effekt zuverlässig und verlängerst die Lebensdauer deiner Anlage deutlich.
Wie oft sollte eine PV-Anlage gereinigt werden?
Die optimalen Reinigungsintervalle hängen stark von deinem Anlagentyp und Standort ab. Während gewerbliche und große Anlagen von einer jährlichen Reinigung profitieren, reicht bei privaten Dachanlagen auf Einfamilienhäusern ein Intervall von drei bis fünf Jahren völlig aus.
Befindest du dich an einem stark verschmutzten Standort – etwa in der Nähe von Landwirtschaft oder Industrie – solltest du alle drei bis vier Jahre reinigen lassen.
Die Dachneigung spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle: Flache Dächer verschmutzen deutlich schneller als steile.
Bei einer Neigung über 15-20° übernehmen Regen und Schnee oft die natürliche Reinigung für dich.
Besonders nach längeren Trockenperioden im Sommer 2026 empfiehlt sich jedoch eine kurze Sichtprüfung des Verschmutzungsgrads – so erkennst du rechtzeitig, ob eine professionelle Reinigung nötig wird.
Selbst reinigen oder Profi beauftragen?

Fachmann bei der professionellen PV-Reinigung mit Teleskopstange auf einem Hausdach
Als Anlagenbesitzer stehst du vor einer wichtigen Entscheidung: Selbst Hand anlegen oder einen Fachbetrieb beauftragen? Die Antwort hängt von deiner individuellen Situation ab.
Selbst reinigen kannst du bei gut erreichbaren Anlagen, Flachdächern ohne großes Unfallrisiko oder Balkonkraftwerken. Hier ist das Verletzungsrisiko überschaubar.
Eine professionelle Reinigung empfiehlt sich bei großen Anlagen, schwer zugänglichen Dächern oder wenn Höhe zum Risikofaktor wird. Unterschätze niemals das Unfallpotenzial bei Dacharbeiten – eine unbedachte Bewegung kann gravierende Folgen haben.
Die Vorteile einer Profi-Reinigung überzeugen: Deine Herstellergarantie bleibt erhalten, technische Mängel werden frühzeitig erkannt, und du kannst Reinigung mit Wartung kombinieren – das spart langfristig Kosten.
Wie wird eine Solaranlage richtig gereinigt?
Beschreibung: Reinigung einer PV-Anlage mit Teleskopwischer und sanftem Reinigungsmittel
Mit der richtigen Technik reinigst du deine Solaranlage sicher und effektiv. Verwende ausschließlich kalkarmes Wasser und sanfte Reinigungsmittel – aggressive Chemikalien können die Oberfläche beschädigen.
Als Werkzeuge eignen sich Besen für Laub und Schnee, weiche Schwämme oder Bürsten für Staub und Ruß sowie Teleskopwischer mit Mikrofasertuch für größere Anlagen. Profis setzen 2026 auf motorisierte Waschbürsten.
Wichtig: Verwende NIEMALS einen Hochdruckreiniger!
Der starke Wasserstrahl zerstört die Versiegelung deiner Module und führt zu teuren Schäden.
Der beste Zeitpunkt für die Reinigung ist im Frühling oder in den frühen Morgenstunden im Frühsommer. Dann sind die Module noch kühl und Temperaturschocks werden vermieden.
Verzichte auf die Reinigung bei Frost, intensiver Sonneneinstrahlung oder extremen Wetterbedingungen – das schützt sowohl deine Anlage als auch deine Sicherheit.
Unterschiede bei der Reinigung je nach Modulart
Je nach Modultyp gelten unterschiedliche Reinigungsregeln. Mono- und polykristalline Module bestehen aus gehärtetem Glas und sind relativ robust – dennoch solltest du niemals scheuernde Mittel verwenden.
Dünnschichtmodule besitzen eine spezielle Beschichtung statt klassischer Glasabdeckung und sind dadurch weniger anfällig für Verschmutzungen.
Module mit hydrophoben oder selbstreinigenden Beschichtungen nutzen den Lotuseffekt: Wasser perlt ab und nimmt Schmutz automatisch mit. Bei leichten Verschmutzungen reicht das 2026 oft völlig aus.
Was kostet die professionelle PV-Reinigung?
Die professionelle Reinigung kostet 2-3 Euro pro Quadratmeter plus Anfahrtskosten. Bei einer typischen 50m²-Anlage zahlst du also zwischen 100 und 150 Euro.
Clevere Kostenoptimierung: Kombiniere die Reinigung direkt mit der regulären Wartung und sprich deine Nachbarn an – so teilt ihr die Anfahrtskosten.
Ein Praxisbeispiel zeigt die Wirtschaftlichkeit: Bei 400 Euro Reinigungskosten und 15% Mehrertrag amortisiert sich die Investition bei aktueller Einspeisevergütung innerhalb weniger Monate.
Die Reinigung lohnt sich besonders bei Ertragsverlusten über 5-10%. Je größer deine Anlage, desto höher das Einsparpotenzial.
Gut zu wissen: Steile Dächer mit über 15-20° Neigung profitieren vom natürlichen Selbstreinigungseffekt und brauchen seltener professionelle Pflege.
Sonderfall: Balkonkraftwerk reinigen

Balkonkraftwerk an Balkonbrüstung mit Person bei der Reinigung
Balkonkraftwerke bieten dir einen entscheidenden Vorteil: Du erreichst sie problemlos ohne Kletterausrüstung. Die steile Montage an der Brüstung sorgt dafür, dass Regen und Wind Schmutz effektiver abtragen als bei flachen Dachmodulen.
Trotzdem können Staub, Pollen und Vogelkot die Leistung deiner Mini-Solaranlage beeinträchtigen. Die gute Nachricht: Mit wenigen Handgriffen ist die kleinere Fläche schnell gereinigt.
Prüfe dein Balkonkraftwerk regelmäßig auf Verschmutzungen – besonders nach der Pollensaison oder wenn Vögel in der Nähe nisten.
Zukunft: Reinigungsroboter und intelligente Software
Die Zukunft der PV-Reinigung ist bereits da – und sie ist automatisiert. Reinigungsroboter mit Bürstensystemen arbeiten auf mobilen Arbeitsbühnen und minimieren dein Unfallrisiko erheblich. 2026 sind erste Modelle bereits für private Nutzer erschwinglich geworden.
Besonders spannend: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt intelligente Software, die Verschmutzungen auf deinen Modulen erkennt und vorhersagt.
Diese Technologie empfiehlt dir automatisch den optimalen Reinigungszeitpunkt – besonders interessant für größere PV-Anlagen, bei denen sich smarte Planung richtig auszahlt.
Fazit: Wann lohnt sich die PV-Reinigung wirklich?

Saubere, gut gepflegte PV-Anlage bei Sonnenschein
Die Entscheidung für oder gegen eine professionelle PV-Reinigung hängt von klaren Faktoren ab. Bei Ertragsverlusten über 5-10%, flachen Dächern unter 15° Neigung und verschmutzungsintensiven Standorten wie Industrie- oder Landwirtschaftsbetrieben ist die Reinigung wirtschaftlich sinnvoll.
Weniger notwendig wird sie bei steilen Dächern mit ausreichend Regen, kleineren privaten Anlagen und Modulen mit selbstreinigender Beschichtung.
Als Faustregel gilt: Große gewerbliche Anlagen profitieren von jährlicher Reinigung, während private Systeme alle 3-5 Jahre geprüft werden sollten.
Die Kernbotschaft bleibt einfach: Saubere Module bedeuten mehr Stromertrag und eine längere Lebensdauer deiner Anlage.
Eine regelmäßige, bedarfsgerechte Pflege sichert dir 2026 und darüber hinaus maximale Wirtschaftlichkeit deiner PV-Investition.