photovoltaik vor und nachteile: Was bei der Planung einer Solaranlage wichtig ist

Du überlegst, eine Solaranlage auf dein Dach zu setzen? Gute Idee – denn Photovoltaik lohnt sich 2026 mehr denn je. Bevor du loslegst, solltest du die wichtigsten Fakten kennen, um die beste Entscheidung für dein Zuhause zu treffen.

Das Wichtigste in Kürze:

• PV-Anlagen sind eine lohnende Investition – besonders wenn du einen hohen Eigenverbrauch erreichst

• Seit Februar 2025 gilt das Solarspitzengesetz mit neuen Vergütungsregelungen für eingespeisten Strom

• Nicht nur Süddächer sind geeignet – unverschattete Flächen von West bis Ost funktionieren ebenfalls gut

• Nimm dir Zeit für Angebotsvergleiche – die Preisunterschiede zwischen Anbietern sind erheblich

Was ist Photovoltaik (PV)?

Photovoltaik-Technologie wandelt Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um – ganz ohne bewegliche Teile oder Verbrennung. Das Herzstück jeder PV-Anlage sind die Solarmodule, die aus vielen einzelnen Solarzellen bestehen.

Diese Solarzellen nehmen das Sonnenlicht auf und erzeugen daraus Gleichstrom. Da dein Haushalt jedoch mit 230 Volt Wechselstrom arbeitet, kommt ein Wechselrichter ins Spiel.

Der Wechselrichter wandelt den erzeugten Gleichstrom in nutzbaren Haushaltsstrom um. So kannst du deine eigene Energie direkt nutzen oder ins Netz einspeisen.

Mit einer PV-Anlage wirst du zum sogenannten Prosumer – du produzierst und konsumierst deinen Strom gleichzeitig. 2026 ist dieses Konzept längst im Mainstream angekommen.

Wichtig zu wissen: Photovoltaik unterscheidet sich grundlegend von Solarthermie. Während PV Sonnenlicht in Strom umwandelt, erzeugt Solarthermie direkt Wärme für Heizung oder Warmwasser.

Du bist Mieter und dachtest, Solarenergie sei nichts für dich? Balkonkraftwerke, auch Mini-PV-Anlagen genannt, bieten dir eine praktische Alternative. Diese kompakten Systeme lassen sich einfach am Balkon montieren und speisen Strom direkt in deine Steckdose ein.

Die wichtigsten Vorteile einer Photovoltaik-Anlage

Mit einer PV-Anlage sparst du langfristig Stromkosten und machst dich unabhängiger von steigenden Energiepreisen.

Du produzierst sauberen Strom, reduzierst deinen CO2-Fußabdruck und steigerst gleichzeitig den Wert deiner Immobilie.

Dank staatlicher Förderungen 2026 wird der Einstieg noch attraktiver für dich.

Niedrigere Stromkosten und Schutz vor Preiserhöhungen

Mit einer Photovoltaikanlage sparst du ab dem ersten Tag bares Geld. Das Prinzip ist einfach: Jede Kilowattstunde, die du selbst erzeugst, musst du nicht teuer vom Energieversorger kaufen.

Hier eine konkrete Beispielrechnung: Bei einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh und einem Strompreis von 30 Cent/kWh erreichst du ohne Speicher etwa 30% Eigenverbrauch – das bedeutet 360€ Ersparnis im ersten Jahr.

Mit einem Batteriespeicher steigerst du deinen Eigenverbrauch auf bis zu 70%. Das erhöht deine jährliche Ersparnis auf beeindruckende 840€.

Der entscheidende Vorteil: Strom vom eigenen Dach kostet bei einer 5-10 kWp Anlage nur etwa 10-15 Cent pro Kilowattstunde. Im Vergleich zu 40 Cent für Netzstrom in 2026 ist das ein enormer Unterschied.

Noch wichtiger ist der langfristige Schutz. Während Strompreise laut Bundesnetzagentur weiter steigen werden, bleiben deine Erzeugungskosten für 25-30 Jahre konstant.

Deine Vorteile auf einen Blick:

– Eigenverbrauch spart direkt Stromkosten

– 30% Eigenverbrauch ohne Speicher möglich

– 70% Eigenverbrauch mit Batteriespeicher erreichbar

– Langfristiger Schutz vor Strompreiserhöhungen

– Selbst erzeugter Strom: 10-15 Cent/kWh vs. 40 Cent Netzstrom

Aktiver Klimaschutz und positive CO2-Bilanz

Grafik: CO2-Fußabdruck pro Kopf in Deutschland mit Darstellung der Einsparmöglichkeiten durch Solarenergie

Jede Kilowattstunde Solarstrom, die du selbst erzeugst, leistet einen direkten Beitrag zum Klimaschutz. Der Grund ist einfach: Du ersetzt fossile Energie durch sauberen Sonnenstrom.

Der deutsche Strommix verursacht laut Umweltbundesamt aktuell etwa 363 Gramm CO2 pro Kilowattstunde (Stand 2024). Eine typische 10-kWp-Anlage erzeugt rund 10.000 kWh jährlich – das spart dir etwa 3,63 Tonnen CO2 pro Jahr.

Über eine Laufzeit von 30 Jahren summiert sich das auf beeindruckende 109 Tonnen CO2-Einsparung.

Zum Vergleich: Der durchschnittliche CO2-Fußabdruck pro Person in Deutschland liegt bei rund 10 Tonnen jährlich. Mit deiner Solaranlage kompensierst du also mehr als ein Drittel davon.

Dezentrale Energieerzeugung beschleunigt zudem die Energiewende spürbar. Du entlastest die Stromnetze und reduzierst den Bedarf an teuren Hochspannungsleitungen.

Langlebigkeit und geringe Wartung

PV-Module zählen 2026 zu den zuverlässigsten Technologien auf dem Markt. Mit einer erwarteten Lebensdauer von 30-40 Jahren profitierst du von einer langfristigen Investition. Da Solaranlagen kaum bewegliche Teile besitzen, ist der Verschleiß minimal.

Die Herstellergarantien sprechen für sich: 25 Jahre Produktgarantie sind heute Standard, während lineare Leistungsgarantien 85-90% der Nennleistung nach 25-30 Jahren zusichern.

Moderne Module trotzen problemlos Hagel, Schnee und Sturm – die Robustheit gegenüber Witterungseinflüssen ist beeindruckend.

Der Wartungsaufwand bleibt überschaubar: Gelegentliche Reinigung und Sichtprüfungen reichen meist aus. Eine professionelle Sicherheitsprüfung alle 5 Jahre wird empfohlen.

Nach etwa 10 Jahren ist eine professionelle Reinigung sinnvoll, um die optimale Leistung zu erhalten. Insgesamt bedeutet das für dich: maximale Erträge bei minimalem Aufwand.

Wertsteigerung der Immobilie

Eine Photovoltaikanlage steigert nicht nur deine Energieunabhängigkeit, sondern auch den Wert deiner Immobilie erheblich.

Laut einer Studie von ImmoScout24 (Q2 2024 vs Q2 2021) erzielen Häuser mit Solaranlagen bis zu 20% höhere Verkaufspreise.

In Kombination mit einer Wärmepumpe sind sogar bis zu 50% höhere Verkaufspreise möglich.

Käufer schätzen dabei besonders die niedrigeren Betriebskosten und die zukunftssichere Technologie – beides starke Verkaufsargumente im aktuellen Immobilienmarkt 2026.

Unterstützung bei Mobilität und Heizen

Grafik: PV-Anlage versorgt Haus, Wärmepumpe und E-Auto mit sauberem Strom

Deine PV-Anlage entfaltet ihr volles Potenzial erst im Zusammenspiel mit anderen Technologien. Die Kombination mit Wärmepumpe und E-Auto maximiert deinen Eigenverbrauch und senkt deine Energiekosten drastisch.

Eine Wärmepumpe erreicht einen beeindruckenden Wirkungsgrad von 300-500%. Aus nur 1 kWh Solarstrom entstehen 3-5 kWh Wärmeenergie – Gasheizungen schaffen lediglich 90-100%.

Besonders im Herbst und Frühling spürst du die Einsparungen bei den Heizkosten deutlich.

Mit einer eigenen Wallbox lädst du dein E-Auto direkt in der Garage. Bei Sonnenschein tankst du zum günstigsten Preis – völlig unabhängig von schwankenden Ladesäulen-Tarifen.

Ein Batteriespeicher sichert die Verfügbarkeit: So steht fast immer genug Vorrat zum Laden bereit, selbst wenn die Sonne nicht scheint.

Steuervorteile seit 2023

Seit 2023 profitierst du von erheblichen steuerlichen Vereinfachungen für deine Solaranlage. Das EEG 2023 brachte entscheidende Änderungen: Du zahlst 0% Mehrwertsteuer auf Kauf und Installation – ein direkter Preisvorteil beim Erwerb.

Noch besser: Deine Einnahmen aus der Einspeisevergütung sind rückwirkend zum Steuerjahr 2022 von der Einkommensteuer befreit. Die lästige Wahl zwischen Regelbesteuerung und Kleinunternehmerregelung entfällt komplett.

Das Jahressteuergesetz vom Dezember 2022 regelt zusätzlich: Wohnhaus-Anlagen bis 30 kWp musst du bei der Einkommensteuer nicht mehr berücksichtigen. Eine Gewinnermittlung ist nicht mehr erforderlich, und du stellst keinen Antrag auf Steuerbefreiung.

Beachte jedoch: Steuerliche Optimierungen wie Abschreibungen oder Investitions-Abzugsbeträge sind damit nicht mehr möglich. Detaillierte Informationen findest du unter Steuer-Text.

Die wichtigsten Nachteile einer Photovoltaik-Anlage

Bevor du dich 2026 für eine PV-Anlage entscheidest, solltest du auch die Herausforderungen kennen – von Anschaffungskosten über Wetterabhängigkeit bis hin zu Speicherfragen.

Hohe Anfangsinvestition

Eine Solaranlage erfordert zunächst eine spürbare finanzielle Vorleistung. Für eine schlüsselfertige 10-kWp-Anlage mit Speicher zahlst du 2026 zwischen 9.500 und 20.000 Euro. Dieser Preis umfasst Solarmodule, Wechselrichter, Stromspeicher, Montagesystem, Verkabelung, Planung, Gerüst und Installation.

Die DIY-Variante startet ab etwa 5.200 Euro für Materialkosten plus 500-1.000 Euro für Halterungen und Kabel. Wichtig: Der Netzanschluss muss immer durch einen Fachbetrieb erfolgen.

Die Amortisationszeit liegt typischerweise bei 10-15 Jahren. Kombinierst du deine Anlage mit Speicher, Wärmepumpe oder E-Auto, verkürzt sich diese auf 5-10 Jahre erheblich.

Solarenergie bleibt eine langfristige Investition, die Vorleistung erfordert – doch nach der Amortisation produzierst du nahezu kostenlosen Strom für viele weitere Jahre.

Abhängigkeit von Wetter und Jahreszeit

Grafik: Erklärung von direkter vs. diffuser Sonnenstrahlung und deren Beitrag zum PV-Ertrag

Deine Stromproduktion richtet sich nach dem Sonnenschein – nicht nach deinem tatsächlichen Bedarf. Das führt zu unvermeidbaren Ertragsschwankungen.

Das saisonale Problem ist deutlich: Genau im Winter, wenn deine Heizung läuft, produziert die Anlage am wenigsten. Ein Stromspeicher löst zwar die Tagesproblematik – Überschuss mittags wird abends genutzt – aber nicht dieses Saisonthema.

Dein Ertrag hängt stark von der geografischen Lage ab. Süddeutschland liefert mehr als Norddeutschland. Auch Dachausrichtung und Verschattung durch Bäume oder Nachbargebäude spielen eine entscheidende Rolle.

Wichtig zu wissen: Selbst bei bewölktem Himmel produziert deine Anlage Strom. Laut Deutschem Wetterdienst macht Diffusstrahlung durch Wolken und Luftfeuchtigkeit etwa 50% der Globalstrahlung in Deutschland aus.

Wirtschaftlichkeit abhängig vom Verbrauchsverhalten

Die Rentabilität deiner Solaranlage hängt 2026 stark davon ab, wann du deinen Strom verbrauchst. Je mehr Solarstrom du direkt nutzt, desto schneller amortisiert sich die Investition.

Arbeitest du im Homeoffice oder betreibst tagsüber eine Wärmepumpe, profitierst du optimal von der Sonnenenergie.

Liegt dein Hauptverbrauch dagegen in den Abendstunden, brauchst du einen Speicher – das erhöht allerdings die Investitionskosten deutlich.

Große Familien, bei denen immer jemand zuhause ist, erzielen bessere Renditen als Singles mit viel Abwesenheit.

Für Alleinstehende oder Berufstätige mit wenig Tagesverbrauch bieten Balkonkraftwerke ab circa 300€ eine clevere Alternative zum Einstieg in die Solarenergie.

Begrenzte Lebensdauer von Schlüsselkomponenten

Während Solarmodule problemlos 30+ Jahre durchhalten, haben andere Komponenten deutlich kürzere Lebenszyklen. Diese Re-Investitionen solltest du von Anfang an einplanen.

Wechselrichter

halten etwa 15 Jahre und kosten beim Austausch 1.000-2.000€.

Stromspeicher

bieten meist 10 Jahre Garantie – ein Austausch nach circa 15 Jahren ist wahrscheinlich und schlägt mit mehreren tausend Euro zu Buche.

Module selbst

unterliegen einer natürlichen Degradation: Die Herstellergarantie sichert typischerweise 90% Leistung nach 10 Jahren und 80% nach 20 Jahren.

Plane diese Kosten unbedingt in deine Gesamtkalkulation ein, um 2026 und darüber hinaus finanziell keine bösen Überraschungen zu erleben.

Ökologische Fragen bei Herstellung und Recycling

Die Produktion von Solarmodulen ist energieintensiv und findet oft in Ländern mit niedrigeren Umweltstandards statt. Doch keine Sorge: Die energetische Amortisationszeit beträgt in Deutschland laut Fraunhofer ISE nur 1-2 Jahre – danach produziert deine Anlage klimaneutral Strom.

Beim Recycling gibt es 2026 noch Nachholbedarf. Zwar verpflichtet das ElektroG (EU-Richtlinie WEEE) Hersteller zur Rücknahme, doch flächendeckende Prozesse fehlen.

Die gesetzliche Recyclingquote liegt bei 80%. Kupfer, Glas und Alurahmen (über 85% des Gewichts) lassen sich problemlos wiederverwerten.

Kritisch bleibt: Silizium und Silber werden bislang kaum recycelt. Hier braucht die Branche dringend bessere Lösungen für eine echte Kreislaufwirtschaft.

Wer darf eine Photovoltaik-Anlage installieren?

Grundsätzlich darf 2026 jede Privatperson und jedes Unternehmen eine PV-Anlage anschaffen. Die rechtlichen Hürden hängen jedoch stark von deiner Wohnsituation ab.

Als Eigenheimbesitzer eines Ein- oder Zweifamilienhauses kannst du die Entscheidung in der Regel allein treffen.

Bei einer Eigentumswohnung benötigst du die Zustimmung der Miteigentümer. Als Mieter brauchst du das Einverständnis deines Vermieters – das gilt auch für Balkonkraftwerke.

Steht dein Gebäude unter Denkmalschutz, kann dies eine zusätzliche Hürde darstellen.

Theoretisch darfst du die Module selbst montieren. Davon wird aber abgeraten, da die Garantie oft von einer fachgerechten Installation abhängt.

Der Anschluss an die Hauselektrik muss durch einen Elektrofachbetrieb erfolgen. Für den Netzanschluss ist sogar ein konzessionierter Fachbetrieb vorgeschrieben.

Unter welchen Voraussetzungen ergibt eine Photovoltaik-Anlage Sinn?

Bevor du in eine PV-Anlage investierst, solltest du die technischen und baulichen Voraussetzungen deines Dachs prüfen. Die wichtigste Bedingung: eine möglichst verschattungsfreie Dachfläche mit stabiler, asbestfreier Dachdeckung.

Optimal sind Südausrichtung und 30 Grad Dachneigung. Weicht die Neigung unter 25 oder über 60 Grad ab, musst du mit Ertragseinbußen von bis zu 10% rechnen.

Auch Ost- und Westdächer sind 2026 oft sinnvoll. Der Gesamtertrag fällt zwar geringer aus, dafür verteilt sich die Stromproduktion besser über den Tag – von morgens bis abends.

So kannst du mehr Strom direkt im Haushalt nutzen und erhöhst deinen Eigenverbrauch.

Bei Neubau oder Dachsanierung bietet sich eine dachintegrierte PV-Anlage als elegante Alternative an. Mehr Praxistipps und Erfahrungen von PV-Eigentümern mit verschiedenen Ausrichtungen findest du im Ratgeber Photovoltaik.

Wann lohnt sich eine Photovoltaik-Anlage?

Aus Umweltsicht ist die Antwort eindeutig: Ja! Wirtschaftlich betrachtet lohnt sich eine PV-Anlage in den meisten Fällen ebenfalls – abhängig von deinen persönlichen Zielen und Rahmenbedingungen.

Der wichtigste Faktor für die Wirtschaftlichkeit ist dein Eigenverbrauchsanteil. Ohne Speicher erreichst du typischerweise 20-30% Eigenverbrauch. Mit einem Batteriespeicher steigt dieser Wert auf 50-70%.

Die Einspeisevergütung seit 1. Februar 2026 beträgt für Überschusseinspeisung bis 10 kWp 7,78 Cent/kWh, ab 10 kWp sind es 6,73 Cent/kWh.

Bei Volleinspeisung erhältst du bis zu 12,34 Cent/kWh – diese muss jedoch vorab beim Netzbetreiber angemeldet werden und lohnt sich für Privathaushalte meist nicht.

Das Solarspitzengesetz regelt: Bei negativen Börsenstrompreisen gibt es keine Vergütung. Diese Zeiträume werden jedoch an deinen Förderzeitraum angehängt.

Je höher dein Autarkiegrad, desto unabhängiger wirst du vom Stromanbieter und steigenden Strompreisen.

Für eine individuelle Berechnung empfehlen wir den Renditerechner der Stiftung Warentest.

Wie groß sollte die Photovoltaik-Anlage sein?

Die Leistung einer PV-Anlage wird in Kilowattpeak (kWp) angegeben – das ist die maximale Leistung unter optimalen Laborbedingungen. Pro 1 kWp benötigst du etwa 5-7 m² Dachfläche. Der tatsächliche Stromertrag schwankt je nach Sonneneinstrahlung, Jahreszeit, Verschattung und Verschmutzung.

Dimensioniere deine Anlage nicht zu klein. Kleine Anlagen sind pro Kilowatt deutlich teurer als größere, da Fixkosten für Einspeisetechnik und Gerüst unabhängig von der Größe anfallen.

Eine Photovoltaik-Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin bestätigt: Größere Anlagen arbeiten wirtschaftlicher.

Deine Grenzen setzen letztlich die verfügbare Dachfläche und dein Budget.

Plane vorausschauend: Berücksichtige nicht nur deinen aktuellen Stromverbrauch, sondern auch zukünftige Verbraucher wie Warmwasserbereitung, Wärmepumpe oder E-Auto. Diese erhöhen deinen Bedarf erheblich – und eine zu kleine Anlage lässt sich später nur aufwendig erweitern.

Gewonnenen Strom selbst nutzen oder einspeisen?

Die Rechnung ist eindeutig: Eigenverbrauch schlägt Einspeisung deutlich. Während du für eingespeisten Strom nur 7,78 Cent/kWh erhältst, kostet Netzstrom 2026 etwa 40 Cent/kWh. Dein selbst erzeugter Solarstrom liegt bei nur 10-15 Cent/kWh – die Ersparnis ist enorm.

Drei Faktoren bestimmen deinen Eigenverbrauch: dein Gesamtstromverbrauch, die zeitliche Verteilung über den Tag und deine Anlagenleistung.

Ein typischer 4-Personen-Haushalt mit 5-kWp-Anlage erreicht ohne Speicher etwa 20-30% Eigenverbrauch. Das lässt sich steigern.

Verschiebe stromintensive Geräte in die Mittagszeit – Waschmaschine und Spülmaschine laufen idealerweise zwischen 11 und 15 Uhr.

Ein Energiemanagementsystem automatisiert diese Steuerung intelligent. Mit Batteriespeicher erreichst du laut Verbraucherzentrale 50-70% Eigenverbrauch.

Besitzt du ein E-Auto, nutzt eine Wallbox überschüssigen Solarstrom direkt zum Laden. So maximierst du deinen wirtschaftlichen Vorteil. Nutze den Solarrechner für deine individuelle Berechnung.

Was kostet eine Photovoltaik-Anlage?

Die Kosten einer PV-Anlage variieren stark – doch eines gilt: Je größer die Anlage, desto günstiger wird der Preis pro kWp. Zwischen Anbietern bestehen erhebliche Preisunterschiede, weshalb du unbedingt mehrere Angebote einholen solltest. Einen aktuellen Marktüberblick findest du bei der Verbraucherzentrale.

Ein vollständiges Angebot muss alle Komponenten enthalten: Module, Wechselrichter, Speicher (falls gewünscht), Montagesystem, Verkabelung, Gerüstkosten und eventuelle Zählerschrank-Umbauten.

Wichtig: Zahle niemals Vorschüsse für nicht erbrachte Leistungen. Sogenannte „Standardpakete“ passen selten auf jedes Dach – individuelle Anpassung ist der Schlüssel.

Achte darauf, dass alle Komponenten aufeinander abgestimmt sind. Ein seriöser Installationsbetrieb zeichnet sich durch fundierte Ausbildung, Herstellerschulungen und nachweisbare Referenzen aus.

Die Nähe zum Wohnort sichert kurze Reaktionszeiten bei Problemen. Gute Kontakte zu Lieferanten und Herstellern sind ebenfalls ein Qualitätsmerkmal.

Ein Vor-Ort-Termin ist für jeden seriösen Kostenvoranschlag unerlässlich – nur so können die tatsächlichen Gegebenheiten berücksichtigt werden.

Lass dir die Garantiebedingungen zusammen mit dem Angebot aushändigen und lies sie genau. Beachte: Oft ist eine Registrierung beim Hersteller erforderlich, um die volle Garantie zu aktivieren.

Welche Förderung bekomme ich?

Für deine Photovoltaikanlage stehen dir 2026 verschiedene Fördermöglichkeiten offen. Die wichtigste ist die Einspeisevergütung nach EEG 2023, die seit dem 1. Februar 2026 gilt: Bis 10 kWp erhältst du 7,78 Cent/kWh, ab 10 kWp sind es 6,73 Cent/kWh für den entsprechenden Anlagenteil.

Der Vergütungssatz bleibt bis Ende Juli 2026 konstant, danach sinkt er monatlich um 1% für Neuanlagen. Deine Vergütung gilt für das Jahr der Inbetriebnahme plus 20 Kalenderjahre.

Wichtig durch das Solarspitzengesetz: Bei negativen Börsenstrompreisen entfällt die Vergütung vorübergehend – dein Förderzeitraum verlängert sich aber entsprechend.

Du musst nichts vorab beantragen. Dein Netzbetreiber ist gesetzlich zur Vergütung verpflichtet. Einzige Voraussetzung: die Anmeldung im Marktstammdatenregister.

Die KfW bietet mit dem Programm 270/) zinsgünstige Darlehen für erneuerbare Energien.

Zusätzlich vergeben Kommunen, Regionalverbände und Bundesländer oft Zuschüsse für PV-Anlagen oder Batteriespeicher. Tipp: Dein örtlicher Klimaschutzmanager oder Energieberater kennt die regionalen Details.

Sollte ich eine Photovoltaik-Anlage mieten oder kaufen?

Die Entscheidung zwischen Mieten und Kaufen einer PV-Anlage hängt stark von Ihrer finanziellen Situation ab. Mietmodelle kosten zwischen 80 und 300 Euro monatlich bei einer Laufzeit von mindestens 20 Jahren.

Das summiert sich auf einen hohen fünfstelligen Betrag – oft das Zwei- bis Dreifache des Kaufpreises. Der Grund: Vermietende Unternehmen kalkulieren Anschaffung, Installation, Finanzierung, Wartung, Reparaturen, Versicherung und ihren Gewinn ein.

Bei der PV-Miete gehört die Anlage nicht Ihnen, dennoch sind Sie Betreiber. Sie dürfen den Solarstrom selbst verbrauchen und erhalten die Einspeisevergütung.

Die Vorteile der Miete: keine hohe Anfangsinvestition, kein Kostenrisiko bei Defekten und Wartung durch den Vermieter.

Die Nachteile wiegen schwer: deutlich höhere Gesamtkosten, 20 Jahre praktisch unkündbar und bei Hausverkauf oder Erbschaft muss der Vertrag weitergeführt werden.

Prüfen Sie Vertragsbedingungen gründlich auf versteckte Kosten. Achten Sie darauf, dass Mietzahlungen nur bei funktionierender Anlage fällig werden.

Für die meisten Hausbesitzer lohnt sich 2026 der Kauf – trotz höherer Anfangsinvestition rechnet sich diese langfristig deutlich besser.

Checkliste: Worauf muss ich achten, wenn ich eine Photovoltaik-Anlage anschaffen will?

Eine Photovoltaik-Anlage ist eine langfristige Investition – entsprechend gründlich solltest du die Anschaffung planen. Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung hilft dir dabei, nichts Wichtiges zu übersehen.

Schritt 1:

Nimm dir ausreichend Zeit für Planung und Information. Lass dich unabhängig beraten, bevor du Entscheidungen triffst.

Schritt 2:

Prüfe die baulichen Voraussetzungen deines Dachs – idealerweise gemeinsam mit einem Fachbetrieb oder bei einer Energieberatung.

Schritt 3:

Kläre die Frage der Baugenehmigung. In den meisten Bundesländern brauchst du für kleine Anlagen keine. Ausnahmen gelten bei Denkmalschutz oder besonderen Bebauungsplänen – frag sicherheitshalber bei deiner Gemeinde nach.

Schritt 4:

Lege deine Kriterien fest: Wie groß soll die Anlage werden? Wie viel Strom benötigst du? Was ist dein Budget?

Schritt 5:

Plane deinen zukünftigen Bedarf ein – etwa für Warmwasser, eine Wärmepumpe oder ein E-Auto.

Schritt 6:

Hole mehrere Kostenvoranschläge ein, aber erst nach einem Vor-Ort-Termin.

Schritt 7:

Falls du Fördermittel nutzen möchtest: Beantrage diese unbedingt VOR der Vertragsunterschrift und warte die Bewilligung ab!

Checkliste für Photovoltaik-Angebote herunterladen

Welche gesetzlichen Vorgaben muss ich einhalten?

Bei der Installation einer Photovoltaikanlage musst du 2026 verschiedene Formalitäten beachten. Die gute Nachricht: Vieles ist einfacher geworden. Hier findest du alle wichtigen Pflichten im Überblick.

Die Anmeldung beim Netzbetreiber übernimmt in der Regel dein Installationsbetrieb. Der Netzbetreiber ist dein Ansprechpartner für den Netzanschluss, nimmt deinen Überschussstrom ab und vergütet ihn nach EEG. Bestimmte Daten musst du einmalig und jährlich melden.

Einen Einspeisevertrag brauchst du nach EEG nicht – er kann sogar nachteilig sein wegen einseitiger Haftungsbeschränkungen.

Für Steckersolargeräte gilt seit 16. Mai 2024: Keine Anmeldung beim Netzbetreiber mehr nötig.

Die Anmeldung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur ist Pflicht – auch für Batteriespeicher. Meldepflichtig sind Inbetriebnahme, Stilllegung, technische Änderungen und Betreiberwechsel. Lass das am besten deinen Installationsbetrieb erledigen.

Eine Gewerbeanmeldung ist für Privatpersonen auf Einfamilienhäusern nicht erforderlich (Bund-Länder-Ausschuss Gewerberecht, 2010).

Seit dem Jahressteuergesetz 2022 entfällt die Steuererklärung für Anlagen bis 30 kWp komplett. Das spart dir jährlich Zeit und Aufwand.

Worauf Sie bei PV-Anlagen mit mehr als 10 Kilowatt achten sollten

Größere PV-Anlagen bringen spezielle Regelungen mit sich, die Sie kennen sollten. Die Einspeisevergütung ist gestaffelt nach Anlagenleistung aufgebaut: Bis 10 kW erhalten Sie den höchsten Vergütungssatz, während der Anteil zwischen 10 und 40 kW einen niedrigeren Satz erhält.

Ein Berechnungsbeispiel verdeutlicht das Prinzip: Bei einer 15-kWp-Anlage mit Inbetriebnahme im September 2025 bekommen Sie für die ersten 10 kW 7,78 Cent/kWh und für die restlichen 5 kW nur 6,73 Cent/kWh.

Bei 9.000 kWh jährlicher Einspeisung werden 6.000 kWh mit dem höheren und 3.000 kWh mit dem niedrigeren Satz vergütet.

Ihr Vergütungszeitraum läuft ab Inbetriebnahme bis Jahresende plus 20 volle Kalenderjahre.

Wichtig zu wissen: Das Solarspitzengesetz regelt, dass bei negativen Börsenstrompreisen keine Vergütung gezahlt wird – dafür verlängert sich jedoch Ihr Förderzeitraum entsprechend.

Welche Versicherung brauche ich?

Eine Photovoltaikanlage ist eine wertvolle Investition, die du richtig absichern solltest. Mindestens brauchst du eine Wohngebäudeversicherung mit Einschluss der PV-Anlage – diese schützt vor Sturm, Hagel, Blitz und Feuer.

Für große oder teure Anlagen sowie bei Kreditfinanzierung empfiehlt sich eine spezielle Photovoltaikversicherung. Diese ist teurer als die Gebäudeversicherung, bietet aber umfassenderen Schutz. Manchmal ist sie beim Kauf für 1-3 Jahre bereits im Preis enthalten.

Auch die richtige Komponentenwahl schützt deine Anlage: Glas-Glas-Module bieten besseren Hagelschutz als Folien-Module und sind kaum teurer. Interner Blitzschutz ist seit 2018 Pflicht.

Äußerer Blitzschutz wird empfohlen, wenn dein Gebäude höher als die Umgebung ist und die Anlage über 10 kWp leistet.

In Hochwassergebieten gilt: Batteriespeicher niemals im Keller aufstellen. Für den Brandschutz ist ein Feuerwehrschalter empfehlenswert – er trennt Gleichstrom-Leitungen im Notfall schnell.

Erhalte ich eine Gewährleistung oder Garantie für meine Photovoltaik-Anlage?

Bei deiner PV-Anlage profitierst du von zwei wichtigen Schutzebenen: der gesetzlichen Gewährleistung und freiwilligen Herstellergarantien. Die gesetzliche Gewährleistung beträgt 5 Jahre – in dieser Zeit haftet die Verkaufsfirma für Sachmängel.

Wichtig: Prüfe VOR Ablauf der 5-Jahres-Frist, ob deine Anlage volle Leistung bringt, mängelfrei installiert wurde und die versprochenen Erträge erreicht.

Herstellergarantien gehen deutlich weiter: Module sind oft 10-25+ Jahre abgesichert. Viele Hersteller bieten zusätzlich eine lineare Leistungsgarantie von 85-90% nach 25-30 Jahren.

Entscheidend ist jedoch: Das Unternehmen muss 2026 und darüber hinaus in Deutschland ansprechbar sein. Eine Garantie nützt wenig, wenn die Firma nicht mehr existiert oder du sie im Ausland einfordern musst.

Unser Tipp: Garantie- und Versicherungsbedingungen genau lesen, alle Unterlagen vom Installationsbetrieb aushändigen lassen und langfristig aufbewahren.

Was ist zu tun, wenn die PV-Anlage läuft?

Sobald deine PV-Anlage läuft, beginnt die wichtigste Phase: Betrieb, Überwachung und Wartung. Kontrolliere regelmäßig Funktion und Ertrag deiner Anlage.

Moderne Wechselrichter speichern alle Daten zur Energieerzeugung. Du kannst diese bequem über das Display am Gerät, eine Internetseite oder per Smartphone-App abrufen.

Vergleiche deine Erträge mit ähnlichen Anlagen in der Region oder der aktuellen Sonneneinstrahlung – so erkennst du schnell, ob alles optimal funktioniert.

Alle fünf Jahre empfiehlt sich eine Sicherheits- und Funktionsprüfung durch eine Fachperson.

Nach etwa zehn Jahren ist eine professionelle Reinigung der Module sinnvoll, um die volle Leistungsfähigkeit zu erhalten.

Fazit: Lohnt sich eine Photovoltaik-Anlage?

Die Antwort ist eindeutig: Ja, eine Photovoltaik-Anlage lohnt sich 2026 für die meisten Haushalte. Mit 7+ Vorteilen gegenüber nur 4-5 Nachteilen fällt die Bilanz klar positiv aus.

Die Pluspunkte überzeugen: Du senkst deine Stromkosten, betreibst aktiven Klimaschutz und verbesserst deine CO2-Bilanz. Dazu steigt dein Immobilienwert, die Technologie ist langlebig und unterstützt E-Mobilität sowie moderne Heizsysteme. Seit 2023 profitierst du außerdem von attraktiven Steuervorteilen.

Die Nachteile solltest du kennen: Hohe Anfangsinvestition, Wetterabhängigkeit, Abhängigkeit vom eigenen Verbrauchsverhalten, gelegentlicher Komponentenaustausch und noch nicht vollständig etablierte Recyclingstrukturen.

Entscheidend ist deine individuelle Situation. Analysiere deinen Stromverbrauch, prüfe deine Dachgegebenheiten und kalkuliere die Kosten ehrlich und langfristig.

Wenn du investieren kannst, triffst du eine der klügsten und nachhaltigsten Entscheidungen für dein Zuhause und die Zukunft.

Mein Tipp: Hole mindestens 3 Angebote ein und vergleiche diese gründlich – beispielsweise über Online-Portale. So findest du den besten Deal für deine Situation.

Beratung und weiterführende Informationen

Bei Fragen rund um Photovoltaik stehen dir zahlreiche Unterstützungsangebote zur Verfügung. Die Verbraucherzentralen bieten bundesweit kostenlose stationäre Energie-Beratung an – persönlich beraten lassen kannst du dich vor Ort, telefonisch oder online.

Bist du unsicher bei einem Angebot? Dann frag einfach bei der Verbraucherzentrale in deiner Nähe nach.

Für tiefergehende Informationen empfehlen wir folgende Artikel: „EEG 2023/24: Was heute für Photovoltaik-Anlagen gilt“, „Photovoltaik: Weniger Steuern und Bürokratie“ sowie „Photovoltaik: Garantie- und Versicherungsbedingungen“.

Der Ratgeber Photovoltaik ist zum Kaufen erhältlich und bietet kompaktes Expertenwissen.

Für deine individuelle Kalkulation nutze praktische Online-Tools wie den Solarrechner oder den Renditerechner der Stiftung Warentest – so erkennst du schnell, ob sich eine Anlage für dich lohnt.

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